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TGS 4x4 Guide
Die Möglichkeit mit
4 Rädern die geteerte Straße zu verlassen und
mit seinem Fahrzeug durch unwegsames Gelände zu Fahren,
macht sehr viel Spaß, trotzdem sollte man einige
Grundregeln beachten.
Lernen Sie Ihr Fahrzeug kennen
- Bevor Sie mit einem allradgetriebenen
Fahrzeug ins Gelände gehen sollten Sie Ihr Fahrzeug
kennenlernen. Lernen Sie wie das 4x4 System arbeitet,
wie die Bedienungselemente funktionieren, wo sich das
Ersatzrad und der Wagenheber befindet usw. Der Bedienungsanleitung
Ihres Fahrzeuges können Sie die meisten dieser
Informationen entnehmen.
Lernen
Sie Ihre 4x4 kennen. Gewöhnen Sie sich an die Abmessungen
des Fahrzeuges und das Fahrverhalten. Gewöhnen
Sie an die Geländeübersetzung (Low ratio)
und die Freilaufnaben.
- Testen Sie was Sie und Ihr Fahrzeug
können - aber werden Sie nicht zu übermütig;
jedes Fahrzeug (und der Fahrer) hat seine Grenzen. Es
ist besser ein Manöver abzubrechen und eine neue
Route zu suchen als Schäden an sich selbst und
dem Fahrzeug zu riskieren.
- Bevor Sie die Zivilisation verlassen
sollten Sie Ihr Fahrzeug sorgfältig überprüfen.
Warten Sie Ihr Fahrzeug in regelmäßigen Abständen.
Stellen Sie sicher, daß die Reifen (inklusive
dem Reserverad) den richtigen Druck und noch genügend
Profil haben. Schauen Sie unter das Fahrzeug, leckt
das Fahrzeug oder sehen Sie mechanische Probleme? Überprüfen
Sie ebenfalls den Stand der Bremsflüssigkeit und
der Servolenkung.
- Nach Ihrer Rückkehr sollten Sie
das Fahrzeug warten. Filter und Flüssigkeiten müssen
unter Umständen öfters gewechselt werden.
Die Federung, das Getriebe, Felgen und Bremsen können
verdreckt sein. Diese Teile müssen unbedingt gereinigt
und gewartet werden.
Was man mitnehmen sollte
- Seien Sie vorbereitet. Früher
oder später wird Ihr Fahrzeug stecken bleiben oder
eine Panne haben. Mittels Ihrem Werkzeugkasten sollten
Sie in der Lage sein sich aus einigen Situation zu befreien.
- Sie benötigen ebenfalls einen
hydraulischen Wagenheber, eine 2 cm dicke Holzplatte,
eine Schaufel, eine Axt, zwei D-Schäkels, Seilzug
mit Umlenkrolle, einen Gurt, Handschuhe und eventuell
Schneeketten.
- Um einfache Reparaturen durchzuführen
benötigen Sie einen Werkzeugkasten und Ersatzteile.
Packen Sie ebenfalls eine Taschenlampe, einen Zündkerzenschlüssel,
ein Starthilfekabel, eine Fußpumpe oder Kompressor,
Luftdruckmesser, Isolierband und einige Originalersatzteile
ein.
- Bedenken Sie ebenfalls, wo Sie die
Teile unterbringen. Sichern Sie das Material im Fahrzeug,
da lose herumliegende Teile bei unvorhergesehenen Bremsmanövern
eine Gefahr darstellen.
Fahrtechniken
Allgemein
Fahren Sie, wenn möglich, mit
mindestens einem weiteren Fahrzeug. Bleibt ein Fahrzeug
stecken, kann der zweite Wagen von großer Hilfe sein.
Nehmen Sie ein tragbares Telefon mit (bedenken Sie, daß
die Netzabdeckung nicht immer gewährleistet ist) und
teilen Sie anderen Leuten Ihre geplante Route mit.
Halten Sie Ihre Daumen auf dem Lenkrad.
Ein ausschlagendes Lenkrad hat schon mehr als einen Daumen
gebrochen.
Bei unwegsamen Gelände die Geländereduktion
einlegen.
Seien Sie sicher, daß Sie die Abmessungen
Ihres Fahrzeuges kennen um unbeschädigt etwaige Engstellen
zu passieren.
In engen Passagen sollte man versuchen
Hindernisse auf der Fahrerseite zu umfahren um den Abstand
zu den Gegenständen besser kalkulieren zu können.
Trotzdem sollte man sich nicht permanent aus dem Fenster
lehnen und die andere Seite des Fahrzeuges vergessen.
Fahren Sie vorausschauend und halten Sie
die Augen offen nach alternativen Passagen.
Wasserdurchfahrt
Prüfen Sie Wasser, Schnee,
Schlamm und hohes Gras auf versteckte Hindernisse wie Steine,
Baumstümpfe und Schlaglöcher.
Prüfen Sie die Tiefe der zu durchquerenden
Furt mit einem Stab. Eine kurze Fahrt durch kniehohes
Wasser ist mit den meisten Geländewagen unbedenklich.
Bei tieferen Durchfahrten müssen Sie vermeiden, daß
Wasser in die Zündanlage und den Luftfilter gerät.
Überqueren Sie Flüsse nur an
Furten. Fahren Sie langsam und konstant, hierbei kreieren
sie eine kleine Welle vor Ihrer Stoßstange, die
den Wasserstand vor dem Motor vermindert und die Zündanlage
und den Luftfilter schützt.
Flüsse mit Strömung sollten
in einem Winkel überquert werden. Somit wird die
Angriffsfläche auf das Fahrzeug verringert.
Nach der Überquerung mehrmals die
Bremsen betätigen um diese zu trocknen.
Vermeiden sie das Überqueren von
tiefen Flüssen mit starker Strömung, da das
Fahrzeug weggespült werden kann.
Knifflige Geländepassagen
Bei kniffligen, unübersichtlichen
Passagen sollten Sie Ihr Fahrzeug verlassen und das zu
umfahrende Hindernis nach der besten Route zu untersuchen.
Wenn Augenmaß nicht mehr genügt,
Hindernisse nicht eingesehen werden können oder wenn
zentimetergenau rangiert werden muß, dann verhindert
ein Einweiser das Risiko mit dem Fahrzeug anzuecken, einzubrechen
oder steckenzubleiben.
Bewahren Sie einen kühlen Kopf,
sollte die Situation Sie überfordern ist es besser
nach einer alternativen Route zu suchen.
Steilhänge hinauffahren
Zuerst die Strecke zu Fuß erkunden.
Prüfen Sie wie es hinter der Kuppe aussieht und ob
von unten nicht erkennbare Stufen und Löcher versteckt
sind
Nur in direkter Fallinie auffahren. Niemals
versuchen in Kehren den Hang hochzukommen.
Mit gerade gestellten Rädern den
Hang anpeilen. Jede Lenkkorrektur verringert den aufgebauten
Schwung und Traktion.
Faustregel: Den Hang im 2. Gang mit Low
Range befahren. Der 1. Gang wird zum Herabfahren benutzt.
Niemals im Hang schalten, da durch das Treten der Kupplung
die Zugkraft unterbrochen wird.
Wenn sich das Fahrzeug nicht mehr vorwärts
bewegt, sofort vom Gas gehen, Bremse und Kupplung treten
und stehenbleiben. Das Fahrzeug mit der Handbremse sichern.
Prägen Sie sich die Strecke
gut ein falls Sie sie im Rückwärtsgang bewältigen
müssen.
Steilhänge rückwärts
hinabfahren
Wenn Ihr Fahrzeug steckenbleibt hilft
folgender Trick um wieder zurückzufahren. Zuerst
Bremse und Kupplung treten, den Motor stoppen, danach
den Rückwärtsgang einlegen, einkuppeln. Fuß
weg von der Kupplung und die Bremse lösen (das Fahrzeug
steht weiterhin durch die Motorbremse). Nun sofort den
Motor starten, eventuell das Gaspedal betätigen um
stabilisierende Gasstöße zu geben. Die Motorbremse
garantiert ein kontrolliertes zurückrollen.
Beachten Sie begrenzte Sicht beim Rückwärtsfahren
Vermeiden Sie das Querstellen der Räder,
das Fahrzeug könnte sich überschlagen.
Steilhänge vorwärts hinabfahren

Vor der Abfahrt sollten Sie aus dem Fahrzeug
aussteigen und über die Kuppe hinwegschauen.
Vor steilen Abfahrten
richtet man die Reifen so aus, daß man geradeaus
in Fall Linie runter fahren kann.
Den Hang immer im
ersten Gang Low Range runter fahren. Die Motorbremswirkung
kommt so am stärksten zur Geltung.
Niemals die Kupplung
treten oder in den Leerlauf schalten.
Sollte der Motor
abwürgen das Gaspedal leicht betätigen.
Schlamm, Schnee & Eis
- 1. Beim Fahren auf tiefem Sand, Schnee
und schlammigen Untergrund den Reifendruck verringern.
Die vergrößerte Lauffläche des Reifens
garantiert eine bessere Traktion. Andererseits wird
die Bodenfreiheit verringert und die Reifen können
leichter beschädigt werden. Reifen nach Einsatz
unter diesen Bedingungen wieder aufpumpen.
- 2. Bei Schnee und Eis gegenbenfalls
Schneeketten montieren.
3.
Gleichmäßiges Tempo beibehalten. Verwenden
Sie keinen zu kleinen Gang, es besteht die Gefahr das
die Reifen durchdrehen.
- 4.Bei durchdrehenden Reifen weniger
Gas geben, damit diese wider greifen.
- 5. Sollten Sie die Traktion verlieren,
das Lenkrad schnell nach recht und links aus schlagen,
damit die Reifen wieder Halt finden.
Steine, Baumstümpfe & Hindernisse
- 1.In unwegsamen
Gelände langsam fahren
- 2. Stufen oder
Gräben schräg anfahren. Drei Reifen bewegen
das Fahrzeug vorwärts, während der vierte
Reifen das Hindernis überwindet.
Steine oder Baumstümpfe mit
den Reifen überfahren. Somit verhindern sie das der
Wagen mit dem Differential oder der Ölwanne aufsetzt.
Konvois
- Wenn sie im Konvoi unterwegs sind,
halten Sie das nachfolgende Fahrzeuge im auge und warten
sie an Kreuzungen.
- 2. Fahren sie nicht zu dicht auf, da
aufspritzendes Wasser, Steine etc Ihre sicht behindern
können oder Sie Hindernisse zu spät erkennen.
- 3. Halten Sie auf Staubpisten die Fenster
geschlossen und lösen Sie sich in der Führungsarbeit
ab.
- 4. Warten sie bis das vorherige Fahrzeug
einen Hügel überquert hat.
- 5.Halten Sie niemals an unübersichtlichen
Stellen an.
Fahrzeugbergung
Früher oder später bleibt jeder
Geländewagen stecken. Bewahren sie die Ruhe, sondieren
sie die Situation und Optionen und bleiben sie gelassen.
Die Bergung eines Fahrzeuges kann einige Zeit in Anspruch
nehmen.
In Schlamm, Schnee und Sand sollten sie
zuerst versuchen sich im Rückwärtsgang aus der
misslichen Situation zu befreien. Sollte dies nicht gelingen
versuchen Sie durch Aufschwingen des Fahrzeuges (Vorwärts-
und Rückwärtsfahren), oder durch Anschieben
der Mitfahrer das Fahrzeug frei zu bekommen.
Wichtig ist, daß die Räder
nicht durchdrehen, da sich sonst das Fahrzeug tiefer einbuddelt.
Wenn Sie ohne Begleitfahrzeug feststecken
Falls Sie Ihr Fahrzeug festgefahren haben,
beginnt der unangenehme Teil einer Fahrt im Gelände.
Zuerst müssen Sie versuchen die Hindernisse zu beseitigen,
mittels der Schaufel Schlamm oder Sand wegschaffen und
einen Ausweg für das Fahrzeug freilegen. Bodenmatten,
Steine, Äste, im Notfall Kleidungsstücke können
unter die Räder geschoben werden um einen gewissen
Halt zu geben. Schneeketten sind ebenfalls sehr hilfreich
um sich aus schlammigen Untergrund zu befreien.
Sollten sie immer noch nicht freikommen,
müssen Sie den Wagen mit einem Wagenheber aufbocken.
Legen Sie ein Unterlegbrett unter den Wagenheber, damit
dieser nicht einsinkt. Nun können die Reifen mit
Ästen usw. Unterlegt werden um die nötige Traktion
zu schaffen, oder der Wagen kann seitlich versetzt werden
und somit Schritt für Schritt aus dem Schlamm befreit
werden.
Wenn sie mit Begleitfahrzeug unterwegs
sind
In einem Bergungsset sollte unbedingt
ein elastischer Gurt vorhanden sein. Dieser elastische,
Feuchtigkeits- und Schimmel abweisender Gurt besteht Nylonfasern.
Im Gegensatz zu einem Abschleppseil oder einer Kette dehnt
sich der Bergegurt wie ein Gummiband. Somit wird das abzuschleppende
Fahrzeug nicht mit einem Ruck vorwärts bewegt, sondern
mit einem gleichmäßigen Zug.
Tips und Tricks mit einem Bergegurt
- Der Bergegurt
darf keine Einschnitte, Risse oder Faserablösungen
aufweisen.
- Den Bergegurt unbedingt an den dafür
vorgesehenen Abschleppösen der Fahrzeuge befestigen.
- Niemand sollte zwischen den beiden
Fahrzeugen stehen.
- Räumen sie den Weg für das
Bergungsfahrzeug frei.
- Verwenden sie einen Beregurt mit den
Abmessungen 8 cm x 9 m.
Bergung mit einer Winde
- Vertrauen Sie
sich mit Ihrer Winde an bevor Sie diese im Gelände
einsetzen.
- Arbeiten Sie niemals ohne Handschuhe
mit einer Winde.
- Laufen Sie niemals über das Windenseil,
auch nicht wenn es ohne Spannung am Boden liegt.
- Während des Windens so weit wie
möglich entfernt vom Seil stehen.
- Wenn eine Fernbedienung an der Winde
angebracht ist, ist es ratsam sich ebenfalls vom Windengehäuse
fern zuhalten.
- Helfer und Zuschauer sollten sich von
den Fahrzeugen entfernen, da es bei einem Kabelbruch
zu Verletzungen kommen kann.
- Verwenden Sie niemals das Windenseil
als Abschleppseil. Die Trommel kann durch einen abrupten
Ruck beschädigt werden oder das Seil kann reißen.
Anwendung
- Verwenden Sie
einen Baumschutz wenn Sie einen Baum als Haltepunkt
verwenden. Seile und Ketten beschädigen den Baum.
- Um Gegenstände wegzuziehen, ziehen
sie die Handbremse und blockieren sie die Räder.
- Besondere aufmereksamkeit ist geboten,
wenn beim Aufspulen das Seilende näher kommt. Die
Geschwindigkeit wird am Ende höher, weil sich der
Trommel durchmesser durch das bereits aufgespulte Seil
vergrößert hat.
- Winden Sie wenn möglich
immer mit einem geraden Seil, bei Biegungen unbedingt
eine Umlenkrolle verwenden.
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